Im Achtsamkeitskurs: Es geht voran!

Ich schreibe diesen Text während meines Oberstufenkurses Resilienz und Persönlichkeitsentwicklung. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten gerade in Kleingruppen an eigenen Beiträgen zur Unterrichtsreihe Pursuit of Happiness, in der wir untersuchen, was alte Weisheitstraditionen und moderne Wissenschaft zum Thema GLÜCK zu sagen haben.

Jede Stunde beginnen wir mit einer etwa zehnminütigen gemeinsamen Meditation und einem kurzen Austausch danach. Mir fällt auf, wie bereitwillig die Jugendlichen nach den Monaten regelmäßiger gemeinsamer Praxis wie auf Kommando in die Stille gehen. Ich nenne die Übung „Ankommen in MEINEM gegenwärtigen Moment“. In ihr geht es darum, sich in aller Ruhe der verschiedenen Wahrnehmungskanäle des Sehens, Hörens und Fühlens nach außen und innen bewusst zu werden, Gelassenheit mit ihnen zu entwickeln und so den gegenwärtigen Moment in seiner ganzen, bei jedem Einzelnen individuell unterschiedlichen Zusammensetzung von Sinneseindrücken zu erfahren. Beim Anleiten hebe ich immer wieder hervor, dass es genau jetzt in diesem Augenblick um nichts geht, außer darum, aufzuhören mit dem Tun und schlicht wahrzunehmen.

Morgensonne um 7 Uhr, vor Beginn der Frühschicht.
Der Frühling ist nah.

Im anschließenden Gespräch berichtet ein Schüler, dass es ihm sehr gut gelungen sei, in die Meditation hineinzufinden und dass er die Erfahrung des einfach Warnehmens als sehr entlastend empfand. Andere schlossen sich dem an, worauf eine Schülerin dann den Gedanken aufbrachte, dass das doch erstaunlich sei, weil alle heute noch eine zweistündige Klausur schreiben müssten. Zwar spürte sie jetzt wieder eine Unruhe, aber in dem Moment der Übung war sie völlig entspannt. Und sie erinnerte daran, wie wir vor Monaten an einem anderen Klausurtag eine ähnliche Übung machten und dass ihr es damals überhaupt nicht gelungen sei, aus ihren Gedanken an die Klausur herauszufinden.

In der Runde setzte allgemeines, teils erstauntes Nicken ein. Vielen ging es ähnlich. Und ich wies darauf hin, dass solche kleinen, scheinbar unspektakulären Erkenntnisse zeigen, welche Fortschritte wir miteinander machen. Das Drama um die Dinge, die wir nicht beeinflussen können, wird Schritt für Schritt kleiner, und uns gelingt es mehr bei uns selbst zu bleiben. Well done, students!

Pindo

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