Schlagwort-Archive: Bäume

Abendlichtspiele

Vergangene Woche war ich mit meinem lieben Freund Matthias in Galicien wandern. Eines Nachmittags erklommen wir den Monte Paralaia auf der Halbinsel Morrazo. Vom dortigen Gipfel hat man den herrlichsten Blick auf die Bucht von Vigo.

Am Cruz do Xestoso, oberhalb von Moaña

Der Rückweg führte uns auf jahrhundertealten Hohlwegen durch einen Wald, in dem das Licht der untergehenden Sonne von Minute zu Minute neue Stimmungen zauberte.

Und als wir aus dem dichten Wald heraus taten, begrüßte uns inmitten der Farben der letzten Abendröte der Mond.

Welch ein Geschenk, diese Woche mit Dir, lieber Freund.

Pindo

Bloggerglück

Vor ein paar Wochen publizierte ich hier Fotos von einem Spaziergang in der Zehlendorfer Abenddämmerung, darunter auch das folgende:

Nun beglückt mich eine liebe Freundin aus Vigo in Nordwestspanien mit ihrer eigenen Fassung des Motivs:

Gracias, queridísima Carmen. Qué regalo me has hecho.

Pindo

Winterliches Tempelhofer Feld

Auf dem ehemaligen Flughafen in Tempelhof treffen sich die Berliner zu allen Zeiten des Jahres. Wenn alles zu ist, kommt dem weiten Feld mitten in der Stadt eine ganz besondere Funktion zu. Gestern zeigte es sich winterlich und bot wieder Raum für Tausende:

Schneemannbauende Familien, Schlittschuhläufer auf einem vereisten Teil der Landebahn, unbeirrt vermummte Rennradler, ein DJ, den das winterliche Sonnenlicht zu loungig-chilliger Musik inspiriert, der Snowboarder, der sich vom Lenkdrachen über die verschneiten Wiesen ziehen lässt und die unzähligen Spaziergänger, die wie wir für ein paar Stunden ihre Sehnsucht nach weiten Horizonten stillen.

Pindo

Blaue Stunde im Park

Kürzlich schrieb ich darüber, wie wichtig es ist, dem Positiven in seinem Leben bewusst Raum zu geben: Unser Hirn benötigt mindestens eine halbe Minute, um positive Erlebnisse und die damit verbundenen Emotionen so zu verarbeiten, dass sie dauerhaft Spuren hinterlassen.

Ein wunderbarer Anlass für das Nähren des Positiven ist für mich der abendliche Spaziergang im Volkspark Schöneberg.

Ich liebe es, bei diesen Spaziergängen ganz bewusst das AUßEN zu fokussieren, mich mit meiner visuellen, auditiven und haptischen Wahrnehmung der mich umgebenden Welt zu verbinden – und dabei den Kontakt zum emotionalen Erleben herzustellen.

Die Baumkrone der Zierkirschbäume vor dem Haus, zarte Knospen an den Spitzen, der Reichtum an Formen in Zweigen und Ästen…

Der Abendhimmel in Blaulilarotschattierungen. Dazu das Krächzen der Krähen und der Abendgesang einer Amsel in meinem Ohr.

Kalt ist der Abendhauch auf meinen Wangen, wohlige Schauer in mir, während ich dem Dreijährigen dabei zusehe, wie er reglos die Lichtspiele am Teich in sich aufnimmt…

Die große Wiese, meist bespielt von lärmenden Menschen. Heute erlausche ich Stille.

Berlin ist voll von magischen Orten wie diesen, auch in diesen Tagen.

Es liegt nur an mir, bedarf meiner bewussten Entscheidung sie zu erschaffen, indem ich sie genau so wahrnehme und genieße.

Wenn ich so das Positive in mir nähre, löse ich mich aus der Schockstarre, ausgelöst durch Corona-Berichterstattung. Ich lasse Stress los, fühle Freude und streichle mein Immunsystem.

Habe ich dazu das Recht? Aber ja. Vielleicht sogar die Pflicht.

Pindo

Klostergarten in Guimaraes

Im Sommer hatte ich das Glück, ein paar Tage in Guimaraes zu verbringen. Der Ort ist eine mittelalterliche Perle und als Geburtsort des ersten portugiesischen Königs eine Art portugiesisches Nationalheiligtum.

Auf einem Berghang oberhalb steht das Mosteiro de Santa Marinha, ein Kloster, ursprünglich aus dem 11. Jahrhundert, das dann im Barock zu einer königlichen Residenz umgebaut wurde. Die Bilder entstanden im Klostergarten, einem Areal, das sich hinter der Anlage einen Berghang hochzieht. Grüntöne, Lichtspiele, modriger Geruch, Steinreste aus Epochen quer durch die Jahrhunderte – ein ganz besonderer Ort.

Pindo

Belvedere invernale

An einem klaren Frühlingstag ist das Belvedere auf dem Pfingstberg in Potsdam ist ein Ort der spektakulären Weite. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. ließ sich dort auf die höchste Erhebung der Gegend ein italienisches Märchenschloss bauen, um einen Überblick zu haben über die von ihm und seinen Vorfahren geschaffene havelländische Zauberlandschaft. Ein wahrlich treffender Name: Belvedere – Ort des schönen Sehens.

Im Winter zeigt der Ort einen ganz anderen Charakter. Nebelschwaden verkürzen die Sichtweite, die Gebäude sind verschlossen, Bäume und Sträucher kahl und nackt. Und der Blick verändert sich in dieser Umgebung, fokussiert die Essenz des Winterlichen, die Schönheit des In sich Gekehrten, Ruhenden, des Kraftsammelns für die in wenigen Wochen bevor stehende Wiedergeburt im Frühling.

Ein Belvedere invernale eben.

Pindo

Achtsam und kreativ – ein Schulprojekt

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Projekttage am Friedrich-Ebert-Gymnasium Berlin. Seit Jahren mache ich an dieser Schule Angebote zur Achtsamkeit – für Schülerinnen und Schüler sowie auch für Kolleginnen und Kollegen.

In diesem Jahr habe ich mir etwas Neues überlegt.Die Idee war, Meditation mit Handeln zu verbinden, ein Produkt aus einem achtsamen Geist heraus zu erstellen. Daraus wurde das Projekt „Achtsam und kreativ“.

Wir sind am ersten Tag auf das Südgelände Berlin gegangen, einen alten Rangierbahnhof, der sich nach dem Krieg in eine Wildnis verwandelt hat und vor einigen Jahren als Naturpark wach geküsst wurde.

Dort haben wir den Vormittag verbracht. Wir sind langsam über das Gelände gegangen, haben uns an verschiedenen Orten niedergelassen und ich habe in verschiedene Meditationstechniken eingeführt. Der Fokus lag vor allem im Außen, außen sehen und außen hören. Dazu Körperwahrnehmung und achtsames Atmen.

Heute, am zweiten Tag, haben wir uns dann in der Schule gesprochen, weiter mineinander praktiziert. Schließlich begann eine Phase intensiver Einzelarbeit, in der wir gemeinsam die unten stehende Webseite erstellt haben. Alle Beiträge, mit einigen wenigen Ausnahmen, die ich beigesteuert habe, sind von meinen Schülerinnen und Schülern. Am Projekt haben Jugendliche aller an der Schule vertretenen Klassen – von der 7. bis zum 2. Semester der Oberstufe – teilgenommen.

Die Ergebnisse sind beeindruckend.

Pindo