Diese Fotos entstanden heute an einem See in der Schorfheide. Im kalten Winterlicht zeigen scheinbar alltägliche Blätter ihre wahre Natur als einzigartige Kunstwerke.











Pindo
Diese Fotos entstanden heute an einem See in der Schorfheide. Im kalten Winterlicht zeigen scheinbar alltägliche Blätter ihre wahre Natur als einzigartige Kunstwerke.











Pindo
BUEN CAMINO – so lautet der traditionelle Gruß auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Ich habe mir meinen eigenen guten Weg geschaffen, mitten im Alltag, nach über 20 Jahren.
Was geschieht in einem, wenn man ganz plötzlich anfängt etwas zu tun, einfach so, nachdem man schon ewige Male gehört hat, wie gut das sein soll. Keine Ahnung warum, aber irgendwann Mitte Oktober fing ich an, die knapp zwei Kilometer von zuhause morgens zu meiner Schule und nachmittags wieder zurück zu Fuß zu gehen. Und ich habe seitdem nicht wieder damit aufgehört.
Zunächst einmal habe ich mir damit 45 Minuten zusätzliche Bewegung am Tag verschafft, auf eine ganz unspektakuläre Weise, ohne mich anzustrengen, und ich spüre schon nach den paar Wochen, wie ich mich fitter fühle.
Dazu kommt die Zeit, die ich mir schenke, Zeit, in denen Gedanken schweifen können, aber auch Zeit für Bilder, wie den Turm des Rathauses von Schöneberg, das in der aufgehenden Morgensonne orange leuchtet.

An einem anderen Morgen lag morgens auf der Brücke durch den Tag noch der Reif und ein bisschen Schnee aus der eiskalten Nacht, die gerade zu Ende gegangen war.

Mein Weg führt fast nur durch den Park, in dem ich in den vergangenen Wochen auf raschelnden Blättern laufen konnte.

Ich treffe immer dieselben Menschen. Die freundliche Joggerin, die ihre Freundinnen, die Krähen immer mit Brotkrumen füttert. Menschen, die ihre in der Dunkelheit LED-erleuchteten Hunde ausführen.
Ich freue mich, wie das Morgenlicht sich täglich ändert, je mehr wir uns der Wintersonnenwende nähern.

An einem Tag, ich war etwas später unterwegs, lag das Gold Ende Morgenlicht zunächst auf Baumkronen und wuchs dann ganz langsam immer weiter in Richtung Erdboden.




Das ganze Drama des Lebens spielt sich vor mir ab, wenn ein Habicht ganz in meiner Nähe wie ein Pfeil auf eine Maus niederschnellt, während kurz darauf ein Eichhörnchen spielerisch leicht auf einem Maschenzaun balanciert.
Schon nah am Ziel scheint sich der Turm der Auenkirche in die wärmenden Strahlen zu recken.

Und an manchen Tagen komme ich gerade rechtzeitig, um das Spiel der Sonnenstrahlen auf der altehrwürdigen Fassade unserer Schule zu betrachten.

Seit ich begonnen habe, zu gehen, sind schon weit über hundert zusätzliche Kilometer guten Wegs zusammen gekommen, Wege, auf denen ich Zeit habe, mit mir zu sein, Zeit, Dinge los zu lassen und Zeit für kleine Momente des Glücks. Welch ein Privileg.
Pindo
Ich schreibe diesen Text während meines Oberstufenkurses Resilienz und Persönlichkeitsentwicklung. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten gerade in Kleingruppen an eigenen Beiträgen zur Unterrichtsreihe Pursuit of Happiness, in der wir untersuchen, was alte Weisheitstraditionen und moderne Wissenschaft zum Thema GLÜCK zu sagen haben.
Jede Stunde beginnen wir mit einer etwa zehnminütigen gemeinsamen Meditation und einem kurzen Austausch danach. Mir fällt auf, wie bereitwillig die Jugendlichen nach den Monaten regelmäßiger gemeinsamer Praxis wie auf Kommando in die Stille gehen. Ich nenne die Übung „Ankommen in MEINEM gegenwärtigen Moment“. In ihr geht es darum, sich in aller Ruhe der verschiedenen Wahrnehmungskanäle des Sehens, Hörens und Fühlens nach außen und innen bewusst zu werden, Gelassenheit mit ihnen zu entwickeln und so den gegenwärtigen Moment in seiner ganzen, bei jedem Einzelnen individuell unterschiedlichen Zusammensetzung von Sinneseindrücken zu erfahren. Beim Anleiten hebe ich immer wieder hervor, dass es genau jetzt in diesem Augenblick um nichts geht, außer darum, aufzuhören mit dem Tun und schlicht wahrzunehmen.

Im anschließenden Gespräch berichtet ein Schüler, dass es ihm sehr gut gelungen sei, in die Meditation hineinzufinden und dass er die Erfahrung des einfach Warnehmens als sehr entlastend empfand. Andere schlossen sich dem an, worauf eine Schülerin dann den Gedanken aufbrachte, dass das doch erstaunlich sei, weil alle heute noch eine zweistündige Klausur schreiben müssten. Zwar spürte sie jetzt wieder eine Unruhe, aber in dem Moment der Übung war sie völlig entspannt. Und sie erinnerte daran, wie wir vor Monaten an einem anderen Klausurtag eine ähnliche Übung machten und dass ihr es damals überhaupt nicht gelungen sei, aus ihren Gedanken an die Klausur herauszufinden.
In der Runde setzte allgemeines, teils erstauntes Nicken ein. Vielen ging es ähnlich. Und ich wies darauf hin, dass solche kleinen, scheinbar unspektakulären Erkenntnisse zeigen, welche Fortschritte wir miteinander machen. Das Drama um die Dinge, die wir nicht beeinflussen können, wird Schritt für Schritt kleiner, und uns gelingt es mehr bei uns selbst zu bleiben. Well done, students!
Pindo
Vergangene Woche ging ich mit den Schülerinnen und Schülern meines Kurses RESILIENZ UND PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG in den kleinen Park vor der Schule, um dort eine Gehmeditation zu machen. Aufgabe war es, dabei einen der ersten sonnigen Tage nach langer Zeit mit allen Sinnen wahrzunehmen.
Die Jugendlichen kennen die Routine bereits und genießen es sehr, 20 Minuten in Stille für sich zu sein und dabei die Natur in der Stadt zu genießen.
Ich selbst entdeckte beim Innehalten eine kleine Ansammlung von Krokussen, die sich über das steil abfallende Ufer des Fennsees erstreckte.

Ich blieb stehen, kniete mich hin, und während ich mich ganz auf das Sehen konzentrierte, spürte ich, wie ich innerlich zur Ruhe kam und sich in mir ein friedliches Wohlgefühl ausbreitete. Inzwischen kenne ich diese Empfindung gut, es ist eine körperliche Reaktion der Ruhe, die aus der Erfahrung des Moments herrührt, welche durch keinen Gedanken gestört wird.
Dann fiel plötzlich seitlich von hinten ein Schatten auf mich. Ich stand auf, drehte mich um und erblickte eine Spaziergängerin. Die nächsten ca. 15 Sekunden liefen dann in etwa so ab:
Sie: „Oh, Krokusse, wie schön!“ – und auf ihrem Gesicht erscheint ein Lächeln.
Ich erwidere das Lächeln und reagiere: „Ja, nicht wahr?“
Sie entgegnet: „Nur schade, dass immer so viele Hunde darauf herum trampeln.“ Ihr Lächeln verschwindet und sie geht weiter.
Ich bleibe zurück, bin zunächst verblüfft, zucke dann innerlich mit den Schultern, wende mich wieder den Blüten zu und finde zurück in die Wahrnehmung friedlicher Ruhe.
Warum findet diese kleine Begebenheit Eingang in meinen Blog? Nun, für mich zeigt sie wunderbar, wie sehr wir Erwachsenen, wenn wir unseren Geist nicht trainieren, unseren Gedanken ausgeliefert sind und wie das unsere Lebensqualität beeinträchtigt. Die Frau erlebte für eine Sekunde, buchstäblich einen Moment, dieselbe Schönheit des Frühlings wie ich. Ihr lächelndes Gesicht zeigte dies ganz deutlich. Und dann jagt sie diesen Augenblick des Wohlfühlens buchstäblich in die Luft, mit ihrem Gedanken an irgendwelche herumtrampelnden Hunde, die sie zurückholen in ihr düsteres, mentales Paralleluniversum.
Sie interessiert das Thema? Dann lesen Sie doch meinen kürzlich erschienen Eintrag über die Fähigkeit zum Sein im Moment bei Kindern und Erwachsenen. Spannend ist in diesem Zusammenhang auch, was der amerikanische Psychologe Rick Hanson über die unterschiedliche Verarbeitungszeit von negativ-bedrohlich und positiv-angenehmen Sinneseindrücken sagt. In diesem Blogeintrag über das Nähren des Positiven gehe auch ich auf eine von ihm vorgeschlagene Übung ein, mit der wir unser Hirn buchstäblich neu verdrahten, um so das Positive in unserem Leben Schritt für Schritt immer leichter wahrzunehmen und dadurch letztlich auch für unsere geistige und körperliche Gesundheit sorgen.
Pindo
Gestern hat Donald Trump im Weißen Haus den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selensky vor der Weltöffentlichkeit gedemütigt.
Meine erste Reaktion beim Ansehen: Fremdschämen, Ekel, Wut, Hilflosigkeit. Am Tag danach ergeht sich der Verstand in Endlosschleifen, fragt sich, ob dieser Tag sich einmal im Nachhinein als ähnlich einschneidend erweisen wird, wie der 11. September 2001. Ist da gestern das westliche Bündnis implodiert? Und was wären dann die Folgen?
Sehr schnell macht sich Panik breit, wie ziemlich oft in den letzten Monaten, angesichts all der bedrückenden Nachrichten aus Gegenden, oft tausende von Kilometern entfernt, die in Echtzeit auf meinem Handy landen und sie zu meinem persönlichen Problem machen.
Dann erinnere ich mich an eine Passage aus den 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert des israelischen Historikers Yuval Noah Harari, das ich gerade wieder einmal lese.
Vor nun schon sieben Jahren schreibt Harari darin mit bestechender Klarheit über die Komplexität der modernen Welt. Zur politischen Ebene führt er aus, dass die Menschen historische Erzählungen nutzen, um sich zu orientieren. Er unterscheidet die faschistische, die kommunistische und die liberale Erzählung, die im Laufe des letzten Jahrhunderts eine nach der anderen verloren gehen. Die Folge ist Orientierungslosigkeit in der westlichen Welt:
1938 konnten die Menschen aus drei globalen Erzählungen wählen, 1968 waren es nur noch zwei, und 1998 schien eine einzige Erzählung die Oberhand behalten zu haben; 2018 sind wir bei null angelangt. Kein Wunder, dass die liberalen Eliten, die in den letzten Jahrzehnten einen Großteil der Welt beherrschten, in einen Zustand des Schocks und der Orientierungslosigkeit verfallen sind. Nichts ist beruhigender als eine überzeugende Erzählung, Alles ist völlig klar. Plötzlich keine solche Erzählung mehr zu haben, ist furchterregend. Nichts ergibt mehr einen Sinn. Nicht unähnlich der sowjetischen Elite in den 1980er Jahren, begreifen die Liberalen nicht, wie die Geschichte von ihrem vorbestimmten Kurs abweichen konnte, und es fehlt ihnen an einem alternativen Prisma, um die Wirklichkeit zu interpretieren. (Harari, 21 Lektionen, Beck 2019: 28)
Und was ist die Folge von Orientierungslosigkeit? Weil sie bedrohlich wirkt, schaltet unser System in den Panikmodus:
Die Orientierungslosigkeit sorgt darum dafür, dass sie (= die liberalen Eliten) in apokalyptischen Kategorien denken, so als könnte die Tatsache, dass die Geschichte nicht an das avisierte glückliche Ende gelangte, nur bedeuten, dass der Weltuntergang unmittelbar bevorsteht. Der Kopf ist unfähig, einen Realitätscheck durchzuführen, und verbeißt sich in Katastrophenszenarien. Wie jemand, der glaubt, schlimme Kopfschmerzen seien das Zeichen für einen Gehirntumor im Endstadium, fürchten viele Liberale, der Brexit und der Aufstieg von Donald Trump seien Vorboten des Endes menschlicher Zivilisation. (28 f)
Ich muss an eine der ersten Erfahrungen mit Meditation im großartigen MBSR-Kurs bei Karin Wolf vor nun schon 14 Jahren denken. In einer der Anleitungen fiel damals ungefähr der folgende Satz: “Du brauchst nicht alles zu glauben, was Du denkst”. Mich trafen die Worte damals wie ein Blitz. Mit ihnen begann ein Prozess, in dem ich Schritt für Schritt lernte, in Distanz zu meinen Gedanken zu gehen, die ich oft als belastend empfand und die ich nun lernte, von außen zu betrachten und in ihrer Wirkung auf mich abzuschwächen.
Harari, der ebenfalls meditiert, führt diesen Ansatz hier konsequent aus. Er legt schonungslos die Fakten offen und hilft den Leserinnen und Lesern Zusammenhänge herzustellen, um ein gewisses Maß an Klarheit zu bekommen über das, was sich gerade ereignet.
Dann schlägt er eine sehr interessante Alternative zur Panik vor:
Was also tun? Der erste Schritt besteht darin, die Untergangsprophezeiungen herunterzudimmen und vom Panikmodus in den der Verunsicherung umzuschalten. Panik ist eine Form von Hybris. Sie geht mit dem selbstgefälligen Gefühl einher, dass man genau weiß, wohin die Welt steuert – nämlich Richtung Abgrund. (Harari, 48)
Panik ist also die emotionale Reaktion meines Systems auf den Verstand, der im Größenwahn meint, sich ein Urteil erlauben zu können über das was in der Welt passiert. Ich fühle mich ertappt und muss fast schmunzeln. Stattdessen schlägt Harari vor, dass wir es mit dem Eingeständnis von Verunsicherung versuchen sollten:
Verunsicherung ist demütiger und damit hellsichtiger. Wenn Sie das Gefühl haben, schreiend durch die Straßen rennen und «Die Apokalypse ist nah!» rufen zu müssen, versuchen Sie sich einzureden: «Nein, das stimmt nicht, die Wahrheit ist, dass ich einfach nicht verstehe, was auf der Welt passiert.» (Harari, 48)
In anderen Worten: Mach Dir bewusst, dass Du keinen Plan hast – und sei gelassen damit. Alles andere macht es nur noch schlimmer. Nicht schlecht, Mr. Harari.
Und was soll das Foto? Eine Einladung zum Üben von Gelassenheit mit dem Nichtwissen. Ich habe keine Ahnung, was ich da vor Jahren fotografiert habe.
Pindo
Achtsamkeit ist heute ein extrem klischeebehaftetes Konzept. Ausdrücke wie „Lebe den Moment!“, „Sei im Moment“, „Carpe diem“ und so weiter werden auf Instagram, Facebook und co zu einer Zutat im schal schmeckenden Wohlfühl-Fastfood, das uns die Algorithmen aufgrund unserer Klickvorlieben kredenzen, und dem wir in einer unserer Wischorgien, die unsere Langeweile vertreiben sollen, für drei Sekunden unsere Aufmerksamkeit schenken.
Und dennoch: Der Begriff hat natürlich eine zentrale Bedeutung, nicht umsonst fehlt er in keiner Definition von Achtsamkeit.
Für uns Erwachsene, die wir unsere Faszination für diese besondere Art der Wahrnehmung , die wir Achtsamkeit nennen, an Jüngere weitergeben möchten, stellt dieses Dilemma eine Herausforderung dar.
Ich reagiere darauf, indem ich mich dem Phänomen auf zwei Ebenen nähere. Einerseits nutze ich die Möglichkeit zur gedanklichen Assoziation, über die wir alle verfügen. Ich bitte meine Schülerinnen und Schüler, sich an eine Situation zu erinnern, in der sie ein kleines Kind dabei beobachten, wie es völlig versunken ist in seine Erfahrung der Welt, die es entdeckt.
Heute bin ich auf ein Foto gestoßen, das ich vor etwa 17 Jahren selbst gemacht habe und das einen solchen Moment zeigt. Sie sehen es zu Beginn dieses Textes. Die darauf abgebildete Person hat mir die Erlaubnis gegeben, es für diesen Beitrag zu veröffentlichen.
Betrachten Sie das Bild in Ruhe. Sehen Sie dem Kind zu, wie es ganz bei sich ist und zugleich in vollkommener Verbindung mit dem Objekt seiner Betrachtung, dem im Sonnenlicht glänzenden Blatt, das es sieht, hört und fühlt. Achten Sie auch auf die Körperhaltung, aufrecht, würdevoll, entspannt und konzentriert zugleich.
Und spüren Sie in sich selbst hinein, was Sie beim Betrachten des Bildes spüren. Nehmen auch Sie diese friedliche Grundstimmung wahr, die das Kind spürt und die auf uns als betrachtende Personen übergeht?
Meine Schülerinnen und Schüler können mit diesem Beispiel viel anfangen, die meisten nicken dann, weil sie sich sofort an Momente erinnern, in denen sie kleinere Geschwister oder andere Kinder betrachten. Und sie haben viel Bedarf, diese Erfahrungen anschließend im Austausch in Worte zu fassen.
Ich fasse nach einer solchen Austauschrunde dann zusammen, dass der Begriff IM MOMENT SEIN also auf zwei Ebenen existiert. Wir haben mit der ersten begonnen, der der GEDANKEN. Ein Gedanke in Form einer visuellen Erinnerung hat uns einen Moment wieder erleben lassen, der auf uns Eindruck gemacht hat. Die zweite Ebene aber ist die entscheidende: Die friedliche Ruhe, die wir noch beim Betrachten eines 17 Jahre alten Fotos miterleben können, ist kein Gedanke, sondern eine körperliche ERFAHRUNG, die daher rührt, dass das Kind herausgetreten ist aus seinen Gedanken und sich vollkommen mit seiner Sinneswahrnehmung verbunden hat. Es ist dazu ganz natürlich in der Lage, weil es, im Kindergartenalter, noch nicht in unser Schulsystem eingetreten ist, in dem wir es, mit allen Konsequenzen, für ein Leben konditionieren, das weitgehend im Paralleluniversum der Gedanken stattfindet.
Für Jugendliche, die ich unterrichte, ist nach zehn Jahren einer solchen Konditionierung die Unterscheidung zwischen Gedanken und Erfahrungen meist völlig neu und überraschend. Einmal nachvollzogen geht es darum, die neue Ebene des Erfahrungswissens Schritt für Schritt aufzubauen und zu stabilisieren, indem wir sie im Rahmen des Achtsamkeitstrainings mit Inhalten – eben ganz bewussten Erfahrungen – füttern.
Ich tue dies auf unterschiedliche Weise. Ein Weg hat sich inzwischen zum Ritual konsolidiert: Jede Anleitung beginne ich etwa so:
Nimm zunächst ganz langsam drei tiefe Atemzüge …
Mach Dir beim Ausatmen bewusst, wie das Zwerchfell sich entspannt, einer der großen Muskel in unserem Körper …
Erinnere Dich an die Verbindung von Körper und Geist und nutze sie, um nun auch deinen Geist zu entspannen und Gedanken, die Du nicht brauchst, loszulassen …
Und nun, komme in Deinem ganz persönlichen Moment an, das heißt: Mach Dir Gedanken bewusst, die weiter da sind, nimm aber auch Anderes wahr, Dinge die Du hörst, siehst, Erfahrungen mit Deinem Körper, etwa der Kontakt zum Fußboden, mögliche Schmerzen, Erfahrungen wie Hunger, Müdigkeit, …
All dies ist Dein ganz persönlicher gegenwärtiger Moment … Wenn er sich gut anfühlt, dann genieße ihn … wenn er sich nicht gut anfühlt, dann versuche, ihm mit Gelassenheit zu begegnen …
Anschließend beginnen wir dann, wie in einem Laboratorium, die Sinneskanäle einzeln anzusteuern, ihre Wahrnehmung gleichsam in den Vordergrund zu heben und gelassen mit allen anderen Erfahrungen zu bleiben, die im Hintergrund weiter stattfinden.
Nach der Meditation treten wir in eine Austauschrunde ein, in der alle sehr motiviert von ihrem aktuellen persönlichen Moment berichten. Dabei trainieren wir das aktive, achtsame Hören und machen uns bewusst, wie einzigartig jede und jeder von uns allen, die hier miteinander versammelt sind, in seiner Erfahrung ist.
Für mich sind solche Momente pures Pädagogenglück. Warum? Weil ich davon überzeugt bin, dass es für mich als Lehrer in der heutigen reizüberfluteten, manipulierten und manipulierenden, von haßerfülltem Durcheinandergeschrei geprägten Welt, nichts Sinnvolleres gibt, als meinen Schülerinnen und Schülern solche Erfahrungen zu vermitteln. Erfahrungen, die ihnen zeigen, dass sie einzigartig sind, so wie alle anderen, dass sie Zugang zu Erfahrungen haben, jenseits der oft so belastenden Gedanken und dass sie es in der Hand haben, ungeachtet all der besorgniserregenden Entwicklungen in der Welt, für sich selbst zu sorgen.
Pindo

Heute ist der letzte Tag der Berliner Sommerferien. Ich bin auf dem Flohmarkt vor dem Rathaus Schöneberg, als plötzlich ein junger Mann auf mich zukommt. Sein Gesicht kommt mir vertraut vor, trotz des Bartes und der Brille. Er spricht mich an, drückt mir die Hand und stellt sich als Luis vor. Dann erinnere ich mich: Richtig. Er hat vor acht Jahren bei uns Abitur gemacht, ich war sein Klassenlehrer von der 7. bis zur 10. Klasse.
Ich freue mich immer, wenn ehemalige Schülerinnen und Schüler mich ansprechen und mir erzählen, wie es ihnen in der Zwischenzeit ergangen ist. Auch heute ergibt sich eine sehr nette Unterhaltung über dies und das, und bevor er sich verabschiedet, sagt Luis zu mir: “Übrigens möchte ich mich sehr bei Ihnen dafür bedanken, dass Sie damals in der 8. Klasse Mind the Music mit uns gemacht haben.”
Mit Mind the Music, dem von Soryu Forall entwickelten Ansatz zur Vermittlung von mindfulness an Jugendliche mithilfe von Musik, begann vor etwa 12 Jahren mein eigenes pädagogisches Achtsamkeitsabenteuer am Berliner Friedrich-Ebert-Gymnasium.
Luis erzählt, dass er in den vergangenen Jahren so oft an den Unterricht damals gedacht und die vermittelten Techniken eingesetzt hat – etwa, um sich auf einen gerade wichtigen Sachverhalt zu fokussieren, oder einfach, um mit Genuss Musik zu hören.
„Heute verstehe ich auch intellektuell, was Sie uns damals beibringen wollten. Wirklich ganz toll“, sagt er noch, bevor er sich verabschiedet.
Wie schön, wenn man Spuren hinterlässt im Leben der Schülerinnen und Schüler – und wie wunderbar, dass Achtsamkeit einer der Aspekte von Schule ist, der für ihn heute noch Relevanz hat.
Pindo
Einer der klischeebehaftesten Sätze über Achtsamkeit ist der, dass man durch sie lernt, „im gegenwärtigen Moment zu leben“.
Ein Satz der Augenrollen erzeugen kann. Was soll das denn konkret bedeuten?
Nach mehr als 20 Jahren Tätigkeit als Lehrer und 12 Jahren regulärer Achtsamkeitspraxis, kann ich sagen: „Eine Menge!“

Genau betrachtet entsteht ein beträchtlicher Teil des Stresses, den wir Lehrkräfte erleben, dadurch, dass wir die meiste Zeit in der Zukunft oder der Vergangenheit leben.
Wir leben in der ZUKUNFT, wenn wir Schuljahre, Unterrichtsreihen und Stunden planen. Dabei sorgt unser innerer Perfektionist für höchste Gewissenhaftigkeit und bemüht sich minutiös alle möglicherweise auftretenden Eventualitäten mit einzubeziehen. Er greift dabei zurück auf das Instrumentarium, das wir im Referendariat erworben haben, wo wir darauf trainiert wurden, Alternativen vorzusehen, für verschiedene Lernertypen, verschiedene Anforderungsniveaus und alternative Stundenausgänge, je nach dem, wie schnell wir bei der Umsetzung wirklich fortschreiten würden.
Damals war ich fasziniert von dieser niemals explizit formulierten, aber immer vorhandenen Maxime, dass die Qualität von Unterricht von einer Anzahl verschiedener Variablen definiert wird und dass ich diese nur optimal aufeinander abstimmen müsse, um sehr guten Unterricht zu erzeugen.

Wie realitätsfern ! Und dennoch wirkt diese Grundüberzeugung in vielen von uns unbewusst jeden Tag. Sie zeigt sich, wenn wir bei unseren kleinen, alltäglichen „Niederlagen“ immer zuallererst die Schuld bei uns suchen. Und dies ungeachtet der Tatsache, dass nichts weniger ideal ist, als die Bedingungen, unter denen Schule heute stattfindet.
In der VERGANGENHEIT leben wir vor allem bei einer der anstrengendsten, zeitraubendsten und zugleich sinnentleertesten Aufgaben unserer Profession, der des Korrigierens und Bewertens. Die Vorgaben mahnen uns an, exhaustiv vorzugehen, d.h. wirklich alles zu korrigieren und ermunternde Kommentare mit konkreten Vorschlägen zu Verbesserungsmöglichkeiten zu machen. Und all dies bei Klassengrößen von 32 und einem Deputat von 26 Unterrichtsstunden pro Woche …
Sinnentleert ist die Tätigkeit meiner Ansicht nach in zweierlei Hinsicht: Zum einen, weil man inzwischen aus der Bildungsforschung zur Genüge weiß, dass die Defizitorientierung, welche die Basis aller Benotung ist, bei vielen, nicht nur “schwachen” Schülerinnen und Schülern angsterzeugend und demotivierend wirkt. Zum anderen beschäftigen sich die meisten Lernenden nur sehr wenig mit den zeitaufwändig erstellten Korrekturen ihrer Erzeugnisse und interessieren sich vor allem für die Note, ihre Standortbestimmung im defizitorientierten System. Kurz: Aufwand und Wirkung stehen beim Korrigieren in keinem Verhältnis.

Und wo bleibt der GEGENWÄRTIGE AUGENBLICK im Alltag einer Lehrkraft? Für mich zeigt er sich im direkten, persönlichen Kontakt mit den Lernenden, einzeln und in der Gruppe. Er findet sich in dem, was in den 45 Minuten Unterricht oder auch in einem Gespräch mit einer Schülerin, einem Vater, einer Kollegin konkret passiert. Seine Qualität liegt in der Beziehung, die ich in diesem Moment zu meinem Gegenüber aufbaue, in meiner Fähigkeit, zuzuhören, Empathie für die Situation des anderen zu haben, ihn bzw. sie zu sehen.
Die Pandemie hat uns auf schmerzvolle, aber sehr bedeutsame Weise gelehrt: Das Alleinstellungsmerkmal unserer Schulen ist, dass wir Gemeinschaften von Menschen sind, die Alltag miteinander teilen, sich ihre Wertschätzung zeigen und gemeinsam einen sicheren Ort schaffen, an dem wir uns weiterentwickeln können. Niemand ist psychisch erkrankt, weil ihm oder ihr in der Zeit der Schulschließungen das geistige Futter gefehlt hat. Das Internet bietet solches im Überfluss. Nein, den krank gewordenen Menschen hat etwas ganz anderes gefehlt: das Miteinander mit Gleichaltrigen in der Klasse, aber auch mit uns Erwachsenen, die sie begleiten und ihnen das Gefühl vermitteln, dass sie in der schwierigen Phase des Erwachsenwerdens nicht allein sind.
Bei mir setzte diese Erkenntnis schon lange vor der Pandemie ein, nämlich nachdem ich mir vor nun schon über 10 Jahren eine regelmäßige Achtsamkeitspraxis aufbaute, und sie mündete in ein Experiment, das ich bis heute jeden Tag aufs Neue praktizierte:
Was passiert, wenn ich meine Vorbereitungszeit auf eine Unterrichtsstunde drastisch reduziere? Wenn ich auf das perfekt gestaltete Arbeitsblatt verzichte? Wenn ich stattdessen nur mit einer groben Idee dessen, was ich erreichen möchte, in den Unterricht gehe?

Nun, es passiert, dass die Fallhöhe dessen, was im Unterricht schief gehen kann, deutlich sinkt. Wenn ich nicht stundenlang das perfekte Arbeitsblatt vorbereitet habe, kann ich auch nicht enttäuscht sein, wenn meine Schüler*innen es nicht würdigen oder in ungeplant kurzer Zeit den Arbeitsauftrag erledigen, weil ich eine der oben erwähnten Variablen zuvor falsch gewählt habe. Und die Konsequenz daraus: Ich entspanne mich, öffne mich für die Bedürfnisse der Lerngruppe, und diese Entspannung geht auf die Lernenden über. In der Folge entstehen oft sehr bemerkenswerte Stunden, tatsächlich aus dem Moment heraus, in denen wir gemeinsam zu Erkenntnissen gelangen, die komplett unvorhersehbar, aber zugleich sehr relevant und ausgesprochen motivierend sind.
Sobald ich diesen Perspektivwechsel hin zur Wahrnehmung der Bedeutung des gegenwärtigen Moments vollziehe, transformiert sich Schule für mich, füllt sie neu mit Sinn und Lebensqualität – und dies obwohl, beziehungsweise gerade weil ich weniger tue.
Sehr zur Nachahmung empfohlen.
Pindo

Ich blättere in alten Texten und finde unverhofft eine unveröffentlichte Skizze für einen Blogeintrag aus dem Jahr 2020. Flashback in die schwere Zeit der Schulschließungen. Die Lektüre mutet fast surreal an. Die folgenden, leicht redigierten Passagen sind dreieinhalb Jahre alt.
“Zur traurigen Normalität in Covid-Zeiten gehört es, dass ganze Klassen für eine Woche in Isolation geschickt werden, wenn ein Kind sich infiziert hat und unklar ist, ob es Folgeinfizierungen geben könnte. Vergangene Woche erlitt eine unserer 7. Klassen dieses Schicksal.
Ich hatte ein paar Wochen zuvor auf Bitten der Klassenleitung den 32 Schülerinnen und Schülern eine kurze Einführung in die Achtsamkeit gegeben, die bei den Kindern auf großes Interesse stieß. Seitdem beginnen die Klassenleiterinnen ihre Stunden oft mit ein paar Minuten des Schweigens und berichten beeindruckt, wie lange das Innehalten dann anschließend in der Stunde noch im Verhalten der Schüler*innen nachwirkt.
Um die Klasse in der Quarantäne ein wenig moralisch zu unterstützen, lade ich die Schüler*innen zu einer Achtsamkeitssession per Videokonferenz ein. Ich bin sehr erstaunt, dass tatsächlich 17 Klassenmitglieder auftauchen. Wir wiederholen gemeinsam nochmals das Konzept von Achtsamkeit, wie ich es ihnen, entsprechend Shinzen Youngs Definition im Unified Mindfulness-System beigebracht hatte: „Achtsamkeit ist eine besondere Form der Aufmerksamkeit, die entsteht, wenn man drei Fertigkeiten miteinander kombiniert: Konzentration, Klarheit und Gelassenheit.“
Anschließend leite ich eine Übung an, bei der die Körperwahrnehmung im Vordergrund steht. Es ist eine Art Body Scan, aber im Sitzen, mit aufgerichteter Wirbelsäule, auf einem Stuhl – vielleicht die niedrigschwelligste Übung im schulischen Setting. Wir beginnen beim Kontakt der Füße mit dem Fußboden und richten dann nacheinander die Aufmerksamkeit auf verschiedene Körperregionen, Gesäß, Hände, Schultern, Mund mit Kiefergelenk, schließlich den Oberkörper, der sich sanft wiegt im Rhythmus des Atems.
Während der Übung blicke ich in 17 verschiedene Zimmer, in denen 17 junge Menschen mit geschlossenen Augen vor einem Bildschirm sitzen und sich darin üben, innezuhalten. Ein bewegender Anblick.
Anschließend lasse ich die Kids im Chat ihre Erfahrungen niederschreiben.
Ich bin müde geworden.
ich bin auch müde geworden
ich habe gespürt wie warm mir ist
Ich habe an nichts gedacht und vor allem nicht an Probleme
Ich hab es voll wahrgenommen, dass meine Hände warm sind
war müde
Ich wurde auch müde aber fühlte mich entspannt, als wäre ich aus meinem Körper raus gegangen.
Ich war sehr entspannt und habe irgendwie alles vergessen
Es war auch viel im Treppenhaus los aber ich hab es einfach ausgeblendet
Ich hatte manchmal ganz viele Gedanken auf einmal in meinem Kopf aber danach war es immer sehr ruhig und friedlich
Mein Vater hat neben an auch eine Konferenz und ich habe es ausgeblendet
Ich war sehr ruhig, wer mich kennt weis das ich eigentlich nie ruhig bin
ich hab probiert alles auszublenden und einfach loszulassen
Ich hatte auch das Gefühl als ob ich schwebe
ich das ich fliege
Ich habe bemerkt wie schön mein Leben eigentlich ist und dass es mir gut geht
Danke das sie sich die Zeit genommen haben.
Ja
Danke
Ja danke!
Ja, sehr gern geschehen, Ihr Lieben. Auch ich bin dankbar, dafür, dass ich Euch daran erinnern kann, dass das Leben immer noch schön ist.
Pindo
In diesem Schuljahr unterrichte ich eine siebte Klasse in Spanisch. Wie all meine Lerngruppen habe ich auch diese recht bald mit Achtsamkeit in Kontakt gebracht. Seitdem sind achtsame Auszeiten im Unterricht fester Bestandteil unseres gemeinsamen Arbeitens. Auch nach mehr als zehn Jahren arbeite ich immer noch sehr gerne mit Soryu Foralls niedrigschwelligem Ansatz Mind the Music. Die Schüler*innen lieben es einfach, wenn sie im Unterricht die Möglichkeit haben, für einen Moment ihre Musik zu hören. Die Experimente mit Achtsamkeit – Fokus halten und wechseln, Kontakt mit Emotionen und Gedanken, Switch zwischen „außen hören“ und innen hören“ – machen sie da ganz nebenbei.
In anderen Momenten sitzen wir nur ein paar Minuten in Stille, machen eine kurze Reise durch unsere Körper, bemerken den Kontakt der Füße mit dem Fußboden, spüren das Gewicht unseres Körpers auf dem Stuhl, erkennen, dass wir Hände haben, nehmen den immer irgendwie vorhandenen Druck in unseren Schultern gelassen zur Kenntnis, denn ja, auch Siebtklässlerschultern tragen bereits niederdrückende, Verspannungen erzeugende Lasten…
Die Übungen enden in der Regel mit einem Atemraum, wie Susanne Krämer diese kurzen Atembeobachtungen in ihrem großartigen Buch Wache Schule nennt. Daran anschließend genießen wir dann gemeinsam noch einen Moment diese einzigartige, friedliche Stille, die entsteht, wenn eine Gruppe von Menschen sich gemeinsam dazu entscheidet, für ein paar Minuten gemeinsam zu schweigen. In der Schule, wo so oft durcheinander gebrüllt wird und oft Hektik pur herrscht, wirken solche Momente wie kostbare Perlen.
Vergangene Woche kam mir in diesem Moment gemeinsamer Stille spontan die Idee zu einem kleinen Experiment. Mit ruhiger Stimme bat ich die Schüler*innen für einen Moment die Augen zu schließen und ihre Gedanken ganz entspannt der vergangenen Stunde von vor zwei Tagen zuzuwenden. Ich bat sie zu schauen, ob sie sich an das Thema der Stunde erinnern konnten, brachte ihnen ins Gedächtnis, dass wir ein Tafelbild gemeinsam erarbeitet hatten und ließ sie sich an die neu eingeführten Formen erinnern. Dabei ermunterte ich sie immer wieder, auch den Atem zu beobachten, besonders ihr Ausatmen wahrzunehmen und sich klarzumachen, dass Ausatmen unweigerlich das Zwerchfell entspannt und dass sie, indem sie sich das klar machen, die Möglichkeit haben, die physische Entspannung auf ihren Geist zu übertragen.
Der Frieden im Raum wich einer entspannten Konzentration. Die meisten Schüler*innen hatten tatsächlich die Augen geschlossen und waren in ihre Gedanken vertieft. Nach ein paar Minuten beendete der Ton des Klangstabs die Übung, die Schüler*innen öffneten die Augen und begannen ruhig und bestimmt zu erzählen. Dabei ließen sie sich Zeit h,örten sich gegenseitig zu, reagierten aufeinander mit zustimmenden Äußerungen wie „Ach ja, genau“ Hier eine Rekonstruktion der Abfolge:
Es ging um Possessive.
Das sind Wörter, die Besitz ausdrücken, oder Zugehörigkeit.
Sie haben uns das englische Wort ‚to possess‘ genannt, es gibt auch das Wort ‚to own‘ aber ‚possess‘ heißt auch besitzen auf Englisch.
Die Formen sind mi / mis, tu / tus, su / sus, nuestro / nuestra , nuestros / nuestras, vuestro/ vuestra, vuestros / vuestras, su / sus.
Im Spanischen ist es in der ersten und zweiten Person anders als im Deutschen. wir sagen meine Mutter und mein Vater. Im Spanischen ist es nur mi …
Man muss aufpassen, dass man nuestro und vuestro nicht mit nosotros und vosotros verwechselt.
Ich war sehr beeindruckt, wie viel hängen geblieben war, lobte die Gruppe und schlug dann vor, dass wir mit ein paar vertiefenden Übungen zu den neuen Formen weiter machen könnten – und das taten wir dann auch.
Dieser aus dem Moment entstandene Unterrichtseinstieg widerspricht so ziemlich allem, was ich im Referendariat gelernt habe. Er ist nicht einsprachig, hat kein motivierendes Element, führt nicht direkt ins neue Stundenthema ein. Wenn ich diese Anforderungen schreibe, spüre ich Enge, Widerstand gegen die Hochleistungsdidaktik, die uns damals als perfektionistisches Ideal vermittelt wurde. Ganz anders meine Wahrnehmung bei der Erinnerung an diesen unprätentiösen Moment.
Menschen entspannen sich, genießen Ruhe, Entspannung, den Austausch miteinander und möchten lernen, einfach so, weil es ein Moment dafür ist.
Pindo