Archiv der Kategorie: Poesie

Der Fluss findet den Weg zurück ins Bett

Die Wogen glätten sich. El río vuelve a su cauce , würden die Spanier sagen, und Pindo sucht den Wiedereinstieg ins Schreiben, mit einem Gedicht:

Stille

Ich kenn eine Stille …

Tief, so tief, 

Dass ich sie hör aus Fernen weit

Gleich einem Geisterklopfen…

Tief, so tief,

Dass ich es fühl, aus Erdenbann befreit,

Wie die Minuten tropfen

Ins Meer der Ewigkeit.

Fritz Lemmermayer (1857-1932)

Wanderer, deine Spuren …

Eines meiner liebsten spanischen Gedichte hat Antonio Machado geschrieben:

Caminante, son tus huellas
el camino y nada más;
Caminante, no hay camino,
se hace camino al andar.
Al andar se hace el camino,
y al volver la vista atrás
se ve la senda que nunca
se ha de volver a pisar.
Caminante no hay camino
sino estelas en la mar.

Meine eigene, die schlichte Schönheit nur teilweise wiedergebende Übersetzung lautet:

Wanderer, deine Spuren
sind der Weg und sonst nichts;
Wanderer, es gibt keinen Weg,
der Weg entsteht beim Gehen.
Beim Gehen entsteht der Weg,
und beim Blick zurück
sieht man den Pfad, den niemals
man wieder betreten wird.
Wanderer, es gibt keinen Weg,
sondern nur Spuren im Meer.

Vielleicht ein Credo: Ich nehme das Entstehen des Weges im Jetzt wahr und bin … glücklich.

Pindo