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Buen camino

BUEN CAMINO – so lautet der traditionelle Gruß auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Ich habe mir meinen eigenen guten Weg geschaffen, mitten im Alltag, nach über 20 Jahren.

Was geschieht in einem, wenn man ganz plötzlich anfängt etwas zu tun, einfach so, nachdem man schon ewige Male gehört hat, wie gut das sein soll. Keine Ahnung warum, aber irgendwann Mitte Oktober fing ich an, die knapp zwei Kilometer von zuhause morgens zu meiner Schule und nachmittags wieder zurück zu Fuß zu gehen. Und ich habe seitdem nicht wieder damit aufgehört.

Zunächst einmal habe ich mir damit 45 Minuten zusätzliche Bewegung am Tag verschafft, auf eine ganz unspektakuläre Weise, ohne mich anzustrengen, und ich spüre schon nach den paar Wochen, wie ich mich fitter fühle.

Dazu kommt die Zeit, die ich mir schenke, Zeit, in denen Gedanken schweifen können, aber auch Zeit für Bilder, wie den Turm des Rathauses von Schöneberg, das in der aufgehenden Morgensonne orange leuchtet.

An einem anderen Morgen lag morgens auf der Brücke durch den Tag noch der Reif und ein bisschen Schnee aus der eiskalten Nacht, die gerade zu Ende gegangen war.

Mein Weg führt fast nur durch den Park, in dem ich in den vergangenen Wochen auf raschelnden Blättern laufen konnte.

Ich treffe immer dieselben Menschen. Die freundliche Joggerin, die ihre Freundinnen, die Krähen immer mit Brotkrumen füttert. Menschen, die ihre in der Dunkelheit LED-erleuchteten Hunde ausführen.

Ich freue mich, wie das Morgenlicht sich täglich ändert, je mehr wir uns der Wintersonnenwende nähern.

An einem Tag, ich war etwas später unterwegs, lag das Gold Ende Morgenlicht zunächst auf Baumkronen und wuchs dann ganz langsam immer weiter in Richtung Erdboden.

Das ganze Drama des Lebens spielt sich vor mir ab, wenn ein Habicht ganz in meiner Nähe wie ein Pfeil auf eine Maus niederschnellt, während kurz darauf ein Eichhörnchen spielerisch leicht auf einem Maschenzaun balanciert.

Schon nah am Ziel scheint sich der Turm der Auenkirche in die wärmenden Strahlen zu recken.

Und an manchen Tagen komme ich gerade rechtzeitig, um das Spiel der Sonnenstrahlen auf der altehrwürdigen Fassade unserer Schule zu betrachten.

Seit ich begonnen habe, zu gehen, sind schon weit über hundert zusätzliche Kilometer guten Wegs zusammen gekommen, Wege, auf denen ich Zeit habe, mit mir zu sein, Zeit, Dinge los zu lassen und Zeit für kleine Momente des Glücks. Welch ein Privileg.

Pindo

Abendspaziergang im November

Vier Wochen und 2800 km liegen zwischen den Abendlichtspielen im letzten Post und diesen Aufnahmen, die gestern auf der Domäne Dahlem zur Stunde des Sonnenuntergangs entstanden.

Krähengeschrei in schon winterlich kahlen Bäumen …

Pfützen, die im spiegelnden Sonnenuntergang Seen gleichen,

Wolkenlandschaftsgemälde,

Urwälder von Grünkohl

und Gräsersilhouetten…

Auch der November in Berlin kann verzaubern, wenn man sich auf ihn einlässt.

Pindo

Berliner Wolkentürme

Ein Bild, das für sich spricht.

Pindo

Winterliches Tempelhofer Feld

Auf dem ehemaligen Flughafen in Tempelhof treffen sich die Berliner zu allen Zeiten des Jahres. Wenn alles zu ist, kommt dem weiten Feld mitten in der Stadt eine ganz besondere Funktion zu. Gestern zeigte es sich winterlich und bot wieder Raum für Tausende:

Schneemannbauende Familien, Schlittschuhläufer auf einem vereisten Teil der Landebahn, unbeirrt vermummte Rennradler, ein DJ, den das winterliche Sonnenlicht zu loungig-chilliger Musik inspiriert, der Snowboarder, der sich vom Lenkdrachen über die verschneiten Wiesen ziehen lässt und die unzähligen Spaziergänger, die wie wir für ein paar Stunden ihre Sehnsucht nach weiten Horizonten stillen.

Pindo

Berlin at dusk

Dusk ist das englische Wort für die Abenddämmerung. Welch ganz eigener, geheimnisvoller Klang, der eine ganz andere Bedeutung vermittelt als dawn, der Bezeichnung für die Morgendämmerung.

In einer Berliner Abenddämmerung entstanden die folgenden Fotos:

Blau, Grau, 
Blaugrau, Schwarz
und ein letzter 
Hauch von Orange  
Wolkenhimmel hinter 
Scherenschnittböume 
zwischen Zweigen 
die Mondsichel 
DUSK

Pindo

Himmel über Berlin

Welch ein Spektakel, der Abendhimmel auf der Brücke zwischen Schöneberg und Kreuzberg vor wenigen Tagen.

Pindo

Urbaner Urwald im Herbst

Das Berliner Südgelände fasziniert mich bei jedem Besuch. Die Mischung aus technischen Relikten, moderner Kunst und wuchernder Natur ist einmalig. Im Herbst ist dieser Ort vielleicht am schönsten.

Pindo

Achtsam und kreativ – ein Schulprojekt

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Projekttage am Friedrich-Ebert-Gymnasium Berlin. Seit Jahren mache ich an dieser Schule Angebote zur Achtsamkeit – für Schülerinnen und Schüler sowie auch für Kolleginnen und Kollegen.

In diesem Jahr habe ich mir etwas Neues überlegt.Die Idee war, Meditation mit Handeln zu verbinden, ein Produkt aus einem achtsamen Geist heraus zu erstellen. Daraus wurde das Projekt „Achtsam und kreativ“.

Wir sind am ersten Tag auf das Südgelände Berlin gegangen, einen alten Rangierbahnhof, der sich nach dem Krieg in eine Wildnis verwandelt hat und vor einigen Jahren als Naturpark wach geküsst wurde.

Dort haben wir den Vormittag verbracht. Wir sind langsam über das Gelände gegangen, haben uns an verschiedenen Orten niedergelassen und ich habe in verschiedene Meditationstechniken eingeführt. Der Fokus lag vor allem im Außen, außen sehen und außen hören. Dazu Körperwahrnehmung und achtsames Atmen.

Heute, am zweiten Tag, haben wir uns dann in der Schule gesprochen, weiter mineinander praktiziert. Schließlich begann eine Phase intensiver Einzelarbeit, in der wir gemeinsam die unten stehende Webseite erstellt haben. Alle Beiträge, mit einigen wenigen Ausnahmen, die ich beigesteuert habe, sind von meinen Schülerinnen und Schülern. Am Projekt haben Jugendliche aller an der Schule vertretenen Klassen – von der 7. bis zum 2. Semester der Oberstufe – teilgenommen.

Die Ergebnisse sind beeindruckend.

Pindo

Brücke im Sturmlicht

Wind, Wolken, Abendsonne.

Mehr braucht es nicht für einen einzigartigen Moment auf dem Heimweg von der Schule.

Pindo

Brücke an der Bundesallee

City of lights

Bergmannstraßenkiez in Kreuzberg, gestern Abend.

Pindo

 

Dezemberabend in Kreuzberg