Archiv des Autors: Adrian Bröking

Über Adrian Bröking

Familienvater, Lehrer und Student der Achtsamkeit

Vom Sinn der Schatten

Eine der Maximen, die wir im MBSR-Kurs erfahren haben, lautet: „Bewahre den Geist des Anfängers.“

Welch ein Privileg haben wir Eltern doch, die wir unseren Kindern täglich dabei zusehen und zuhören können, wie sie  durch die Welt spazieren, erfüllt von genau diesem Geist.

Die erste Frage, die meine sechsjährige Tochter mir jüngst direkt nach dem Aufwachen stellte, lautete: „Papa, wozu sind eigentlich Schatten da?“

Warum hätte ich ihr leicht beantworten können, aber Wozu?

Pindo

Der Fluss findet den Weg zurück ins Bett

Die Wogen glätten sich. El río vuelve a su cauce , würden die Spanier sagen, und Pindo sucht den Wiedereinstieg ins Schreiben, mit einem Gedicht:

Stille

Ich kenn eine Stille …

Tief, so tief, 

Dass ich sie hör aus Fernen weit

Gleich einem Geisterklopfen…

Tief, so tief,

Dass ich es fühl, aus Erdenbann befreit,

Wie die Minuten tropfen

Ins Meer der Ewigkeit.

Fritz Lemmermayer (1857-1932)

Engel der Achtsamkeit?

Manche Schultage haben es in sich – so auch der gestrige. Vor der ersten Stunde, auf dem Weg in meine Klasse, hält mich eine Kollegin an und berichtet mir von einer aggressiven Reaktion eines meiner Schüler gegenüber einem Jüngeren. Die Attacke war so intensiv, dass der andere, auch kein Kind von Traurigkeit und hart im Nehmen, mit Übelkeit nach Hause gehen musste.

Ein anderer Kollege, der das Gespräch mit bekommt, berichtet mir von einer weiteren Attacke, die Tage zuvor in seinem Unterricht passiert war. Der selbe Junge hatte eine Mitschülerin so massiv gegen einen Tisch gestoßen, dass diese sich vor Schmerzen krümmte… Ich war sehr verwundert, zumal der Schüler noch niemals mit Aggressionen aufgefallen war.

In der Klasse kommt eine Schülerin auf mich zu und berichtet mir, dass sie seit Tagen eine Auseinandersetzung nach der anderen hat – und zwar mit demselben Jungen. Es war sonnenklar, dass da irgend etwas nicht stimmen konnte. Spontan stellte ich meine Unterrichtsplanung um, gab der Klasse einen Arbeitsauftrag und bat meinen dreizehnjährigen Kampfsportler zu einem Gespräch in einen Extraraum. Auf meine Frage, was denn los sei, ob er vielleicht zuhause Schwierigkeiten habe, fing der Junge zunächst an zu zittern und dann herzzerreißend zu schluchzen. Nach ein paar Minuten hatte er sich so weit beruhigt, dass er mit leiser Stimme hervorbrachte: „Keine Ahnung, vielleicht hat es damit zu tun, dass ich so wütend bin. Meine Mutter hat nämlich wieder Krebs…“

In solchen Momenten bin ich besonders glücklich über meine Achtsamkeitspraxis. Mehrfach durfte ich schon erfahren, dass mir – im Gegensatz zu früher – nun einfach spontan die richtigen Worte einfallen. Ich atmete mehrfach achtsam ein und aus, konzentrierte mich auf das Weinen des Jungen und begann langsam und ruhig mit ihm zu sprechen. Ich äußerte Verständnis für sein Verhalten und spendete Trost soweit das in solch einem Fall möglich ist. Auch brachte ich den Jungen dazu, sich einem Klassenkameraden anzuvertrauen, damit er mit seinen Gedanken nicht mehr allein herumlaufen musste. Außerdem sagte ich ihm, dass er allen Grund hatte, wütend zu sein, dass wir aber natürlich auch darauf achten mussten, dass er seine berechtigte Wut nicht an Unbeteiligten ausließ. Er stimmte mir sofort zu und schlug selbst vor, sofort in der Pause in die Klasse seines Kontrahenten zu gehen und sich zu entschuldigen. Ich fand die Reaktion sehr beeindruckend, wenn mich auch stutzig machte, dass der Junge sich gar nicht genau an den Vorfall erinnern konnte.

Am späten Vormittag sahen wir uns wieder. Mein Schüler berichtete mir nun, er habe mit dem jüngeren Kameraden gesprochen und dabei habe sich heraus gestellt, dass das Ganze eine Verwechslung war. Ein anderer Schüler, der meinem Schützling ähnlich sah, hatte den Angriff ausgeführt…

Was war da nur passiert? Ein Junge steht mit seinem Schmerz und seiner Angst allein da, hat niemandem, mit dem er sich austauschen kann. Dann führt eine falsche Verdächtigung dazu, dass er sich öffnet, sein Herz erleichtert und zu reden beginnt – zunächst mit seinem Lehrer und anschließend mit einem Klassenkameraden. Er hat nun meine Handynummer für alle Fälle und steht nicht mehr allein da.

Am Ende des Schultages kommt der Junge extra noch einmal zu mir, um mir in aller Form zu danken und mir ein schönes Wochenende zu wünschen.

Und auch ich sage Danke an … tja an wen eigentlich…?

Genau: an den Engel der Achtsamkeit!

Pindo

Leben, Glück und Lehrerfragen…

“When I was 5 years old, my mother always told me that happiness was the key to life.
When I went to school, they asked me what I wanted to be when I grew up. I wrote down ‘happy’.
They told me I didn’t understand the assignment, and I told them they didn’t understand life.”

John Lennon

Vielen Dank für dieses wunderbare Zitat an eine Leserin aus Kanada. Wie ich diesen Gedankenaustausch liebe.

Pindo

Vermont – Lüneburg – Berlin – Der Weg entsteht beim Gehen…

Bei der Suche nach einem geeigneten Weg zur Achtsamkeit für meine Schüler stieß ich im Netz schnell auf die faszinierende Arbeit von Shinzen Young, Soryu Forall sowie auf das von ihnen begründete Center for Mindful Learning in Vermont / USA. In einer kurzen Email nach Vermont schilderte ich mein Anliegen, ein geeignetes Achtsamkeitstraining für Jugendliche an einer deutschen Schule etablieren zu wollen und schon wenige Tage später wies mir die Antwort den Weg, den ich nur noch zu beschreiten brauchte:

Ich erfuhr, dass Soryu Forall, der Initiator des Mind The Music-Programmes, im Sommer 2012 in Lüneburg zu Besuch sei, um sein Programm vorzustellen und mit deutschen Schülern zu arbeiten. Für alles Weitere sollte ich mich mit Sabine Heggemann, der Repräsentantin des CML in Deutschland in Kontakt setzen. Schon im ersten Telefonat reagierte Sabine Heggemann mit Begeisterung auf mein Interesse. Ich spürte sofort, dass ich eine Verbündete im Geiste getroffen hatte. Offensichtlich gab es also bereits eine Gruppe von Menschen, die ähnliche Ideen wie ich hatte, und nun erhielt ich die Möglichkeit, sie kennen zu lernen. Wie wunderbar!

Sabine erläuterte mir die Grundzüge von Mind the Music sowie den Ansatz der Basic Mindfulness von Shinzen Young, auf dem das Konzept aufbaute. Sie lud mich ein, Shinzens Ideen in einem Telefon-Konferenz-Kurs kennen zu lernen, den sie ab der kommenden Woche erstmals abhalten wollte. (Eine faszinierende Erfahrung, über die ich in einem späteren Beitrag schreiben werde.) Außerdem lud sie mich herzlich ein, im Juni nach Lüneburg zu kommen und Soryu bei der Arbeit mit Schülern zu begleiten. Sabine hatte Anfang des Schuljahres ein Pilotprojekt zur Einführung von Achtsamkeitselementen an der Integrierten Gesamtschule Lüneburg gestartet und Soryu wollte nun für drei Tage mit ihren Gruppen arbeiten. Die Aussicht begeisterte mich, ich hatte nur das Problem, das Soryus Anwesenheit in Lüneburg in den Zeitraum der letzten beiden Schultage vor den Sommerferien in Berlin fiel. Ich war Klassenlehrer und konnte mir kaum vorstellen, dass meine Schulleitung mit Begeisterung auf mein Ansinnen reagieren würde, während der letzten beiden Unterrichtstage auf Dienstreise gehen zu wollen. Dennoch rief ich bald darauf meinen Schulleiter an, erzählte ihm von meinem Vorhaben und der unglücklichen Terminkonstellation – und … stieß auf großes Interesse, Wohlwollen und eine Dienstbefreiung.

Se hace camino al andar.     Der Weg entsteht beim Gehen.

Pindo

Wanderer, deine Spuren …

Eines meiner liebsten spanischen Gedichte hat Antonio Machado geschrieben:

Caminante, son tus huellas
el camino y nada más;
Caminante, no hay camino,
se hace camino al andar.
Al andar se hace el camino,
y al volver la vista atrás
se ve la senda que nunca
se ha de volver a pisar.
Caminante no hay camino
sino estelas en la mar.

Meine eigene, die schlichte Schönheit nur teilweise wiedergebende Übersetzung lautet:

Wanderer, deine Spuren
sind der Weg und sonst nichts;
Wanderer, es gibt keinen Weg,
der Weg entsteht beim Gehen.
Beim Gehen entsteht der Weg,
und beim Blick zurück
sieht man den Pfad, den niemals
man wieder betreten wird.
Wanderer, es gibt keinen Weg,
sondern nur Spuren im Meer.

Vielleicht ein Credo: Ich nehme das Entstehen des Weges im Jetzt wahr und bin … glücklich.

Pindo

AC/DC, David Bowie und ich … Achtsamkeit in der Pubertät?

Wenn ich meinen Schülern heute in ihre mehr oder weniger von Akne gezeichnete Gesichter blicke, denke ich oft an meine eigene Pubertät zurück. Im Alter von 13-18 Jahren fühlte ich mich wie ein Fähnchen im Wind, die Unsicherheit in Person, abhängig von den Moden, denen meine Freunde hinter her liefen, von ihren Meinungen und Werturteilen, ihrem Musikgeschmack. Puma oder Adidas? AC/DC, Bob Marley oder gar David Bowie? Entenschuhe und Kutte oder Popperlocken und Sasch-Hosen? Herr der Ringe toll finden ja oder nein? Jede dieser „hochbrisanten“ Entscheidungen schweißte mich an eine Gruppe und entfernte mich von einer anderen. Jahrelang befand ich mich im totalen Gefühlschaos, versuchte mich in der Quadratur des Kreises, dem Versuch es allen recht zu machen. Ich suchte die absolute Anerkennung von meinen Freunden und meiner festen Freundin,  wollte gleichzeitig aber die Wertschätzung meiner Eltern nicht verlieren. Manchmal hatte ich wochenlang ein Grummeln im Bauch und spürte einen Druck auf der Brust, der mir fast die Luft zum Atmen nahm. Meine hilflose Reaktion bestand darin, die inneren Stimmen zu ignorieren und die körperlichen Symptome weg zu drücken. Meine Gefühle machten mir Angst und ich versuchte sie rational zu bändigen – mit manchmal sehr unangenehmen Ergebnissen… Heute weiß ich, dass meine Intuition mir damals etwas vermitteln, mir vielleicht die Notwendigkeit aufzeigen wollte, eine für meine Entwicklung wichtige Entscheidung zu treffen. Damals jedoch stellte ich mich ihr gegenüber taub. Ich hatte ja nur eine vage Ahnung davon, was ich wollte, ja wer ich überhaupt war.   Kurz – ich war ein völlig verunsicherter und deshalb wohl ganz normaler, pubertierender Junge.
Und dann erhob sich in mir plötzlich die Frage:
Wie hätte ich meine Pubertät wohl erlebt, wenn ich damals Techniken wie die Sitzmeditation oder den Bodyscan beherrscht hätte? Wie hätte sich die Unsicherheit angefühlt, wenn ich mich ihr und den durch sie ausgelösten Gefühlen gestellt hätte, anstatt sie konsequent zu verdrängen?

Die sich einstellenden möglichen Antworten fühlten sich so spannend an, dass ich beschloss, ein Experiment zu wagen und Achtsamkeit meinen Schülern nahe zu bringen. Und ich machte mich auf die Suche nach dem geeigneten Weg.

Pindo

Achtsamkeit im Familienleben: Der Familienrat

Unsere Töchter sind 5 und 7 Jahre alt. Zwei wunderbare, kluge, kreative und sehr sensible Wirbelwinde, mit eigenen Gedanken, einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und dem Anspruch, sich nicht nur von den Erwachsenen herum kommandieren zu lassen. Natürlich sorgt das immer mal wieder auch für gehörigen Konfliktstoff. Bei der Suche nach einem Ventil für unsere Auseinandersetzungen ist mir die Idee des Familienrates gekommen:

Im Familienrat sitzen wir zu viert gemeinsam auf dem große Teppich im Wohnzimmer. In der Mitte von uns steht eine Klangschale. Der Familienrat beginnt, indem eines der Kinder die Schale erklingen lässt und wir alle dem verhallenden Ton nach hören. Dieses gemeinsame Klangerlebnis bringt uns in eine ruhige und konzentrierte Haltung. Während des Rates dürfen alle Mitglieder sagen, was ihnen derzeit an unserem Zusammenleben gefällt, was sie stört oder einfach nur, was sie gerade beschäftigt. Die Regeln des Rates sind einfach: Jeder darf alles sagen. Niemand fällt dem anderen ins Wort. Keiner erhebt die Stimme. Am Ende des Rates steht wieder die Klangschale.

Wir Eltern nutzen den Rat, um Ankündigungen über wichtige Ereignisse zu machen, die unseren Alltag prägen. Außerdem äußern wir Kritik an Verhaltensweisen, die uns gerade nicht gefallen oder gehen nochmals auf einen Streit ein, der kürzlich für Spannung in der Familie gesorgt hat. Wir bringen aber auch immer Lob für etwas mit ein, das gerade besonders gut klappt. Den Kindern gefällt der Rat sehr. Sie fühlen sich ernst genommen und nutzen den Moment des ruhigen Zusammenseins, um auch selbst in ruhiger Form Dinge vorzubringen, die sie so nicht mögen.

Der Familienrat – eine achtsame Bereicherung unseres Familienlebens.

Pindo

Schäfchenzählen revisited

Gestern erschien mir plötzlich das bekannte Zählen von Schäfchen in einem völlig neuen Licht. Bisher war ich immer davon ausgegangen, dass der Trick darin besteht, den Geist mit einer eintönigen Tätigkeit so lange zu beschäftigen, bis er vor Langeweile einschläft. Aber jetzt sehe ich das anders:

Handelt es sich beim Schäfchenzählen nicht vielmehr um ein in unserer Gesellschaft verankertes Achtsamkeitsritual? Das Zählen verlangsamt den Gedankenfluss, der Geist kommt zur Ruhe, die Atmung wird gleichmäßiger und in Folge der eintretenden Entspannung schlafe ich ein?

Kennen Sie weitere Rituale verborgener Achtsamkeit im Alltag? Ich freue mich auf Ihre Kommentare

Pindo

Ein Schulausflug wird zur achtsamen Herausforderung

Vor einigen Wochen erhielt ich einen Eindruck von der transformierenden Kraft der Achtsamkeitstechniken, die ich mir angeeignet habe:  Ich saß als begleitender Lehrer mit meiner Klasse in einem Berliner Theater und wartete auf den Beginn einer Autorenlesung. Der Saal war mit 350 lärmenden Jugendlichen im Alter von 13 bis 15 Jahren aus verschiedenen Schulen voll besetzt. Als die Protagonisten der Veranstaltung auftraten, ein amerikanischer Jugendbuchautor, seine Übersetzerin und der Moderator der Veranstaltung, ahnte ich bereits Böses.Der Moderator war ein unerträglich selbstverliebter Ignorant, der es offensichtlich gewohnt war, in Fernsehsendungen aufzutreten, wo schon die Anforderungen an die Tonaufnahmetechnik das Publikum in Schach hielten und für absolute Ruhe sorgten. In dem Ambiente hier im wirklichen Berliner Leben war er völlig überfordert. Während die Akteure auf der Bühne in einen routinierten Gutelaune-Talkshow-Habitus verfielen, näherte sich im Saal der Tonpegel nach anfänglichem kurzen Abebben schnell wieder dem einer Bahnhofshalle. Die Minuten verstrichen und meine Kollegin und ich schauten uns sprachlos an. Für mich kam die Situation einer Folter gleich. Ich kann respektloses Verhalten jeder Art nur schwer ertragen – und hier zeigten die Schüler im Saal mit ihrem lautstark demonstrierten Desinteresse die höchste Form von Respektlosigkeit gegenüber den Akteuren oben auf der Bühne. Gleichzeitig war mir völlig klar, dass es für mich absolut ausgeschlossen war, durch eine autoritäre Handlung irgendeiner Art die Situation zu verändern. Meine eigenen Schüler saßen weit von mir entfernt und all die anderen Klassen hätten mich vermutlich ausgelacht, wenn ich versucht hätte, sie für ihr Verhalten zu kritisieren. Und so nahm das Drama zunächst seinen gewohnten Lauf. Ich begann zu schwitzen und spürte, wie in mir die Aggression hoch stieg. Auf meiner Brust lastete ein starker Druck, der mir das Atmen erschwerte. Die Veranstaltung dauerte noch über eine Stunde und ich glaubte, keine Chance zu haben, in irgendeiner Weise Einfluss nehmen zu können.

Und dann erinnerte ich mich genau in diesem Moment höchsten Stresses an meine Achtsamkeitstechniken… Versuchsweise konzentrierte ich mich auf meinen Atem, folgte den Bewegungen meines Brustkorbes und meiner Bauchdecke –  und spürte mit großer Verblüffung schon nach wenigen Sekunden, dass sich in mir etwas veränderte. Der Druck auf meiner Brust ließ nach, mein Atmen wurde ruhiger, ich hörte auf zu schwitzen und fand langsam aber sicher meine Fassung wieder. Von da an war meine Neugier geweckt und ich begann, die eben noch ausweglose Sitution als Herausforderung wahrzunehmen. Zunächst einmal konzentrierte ich mich darauf, meinen Atem weiter zu beobachten, um meine Ruhe weiter zu stabilisieren. Als ich wieder völlig im Kontakt mit mir selbst war, ging ich schließlich einen Schritt weiter: Ich entließ nun den Atem aus meinem Fokus und konzentrierte mich hundertprozentig auf meinen Hörsinn. Dies tat ich, indem ich mit meiner inneren Stimme immer wieder das Wort „Hören“ wiederholte. Zunächst verschaffte ich mir damit einen Überblick über alle Geräusche, die an mein Ohr drangen. Dann fokussierte ich die Akteure auf der Bühne und stellte zu meinem Erstaunen fest, dass ich nun in der Lage war, jedes einzelne Wort, das dort oben gewechselt wurde, zu verstehen. Ungläubig ’switchte‘ ich zurück in den ‚Vollmodus‘ und war gleich wieder mitten drin in der Bahnhofshalle! Aber auch das zweite Umschalten in die Talkshow auf dem Szenario glückte problemlos. Von da an wurde die Veranstaltung ein Genuss für mich. Der Autor nebst Übersetzerin und der Moderator waren nur mäßig interessant. Für mich löste aber allein die Tatsache, dass ich sie nun verstehen konnte, ein Triumphgefühl sondergleichen aus. Den Rest der Veranstaltung genoss ich sehr und verließ den Saal anschließend in heiterer Gelassenheit.

Pindo